Wer denkt sich nur immer diese bescheuerten Namen aus. Geht die Marketing-Riege bei den Telkos wirklich davon aus, dass alle englisch
sprechen können. Und selbst die, welche es problemlos können, verbinden mit „High-Five“ und „City&Friends“ nicht unbedingt einen
Telefontarif. Kommt es so cool und hipp, dass es ohne die verkünstelten Marketing-Ergüsse nicht mehr geht? Oder haben die Telkos davor Angst, dass Produkte mit normalen Namen sich nicht verkaufen?
Kunde: "Guten Tag, ich hätte gerne das neue Kubovl mit nem KallJa-Tarif und dazu die HappieFamilie-Option." Verkäufer: [grübelt]
Ich zähle mich selbst nicht zur Ü50-Gruppe, auch brauche ich kein Telefon mit übergroßen Tasten. Mit englischen oder frei erfundenen Produktbezeichnungen habe ich ebenfalls keine Problem. Doch wenn es um bescheuerte Produktnamen geht, trifft es mich ebenso.
Olympus µ
Ja, so heißt eine Kamera aus dem Hause Olympus. Da geht man doch gern zum Verkäufer und sagt „Wo finde ich denn die Olympus üüü … uuu … na Sie wissen schon.“ Selbst Olympus hat den Fehler zwischenzeitlich verstanden und schreibt nun Olympus µ[miu:] in die Produktkataloge. Ob das sprachliche Problem sich davon selbst löst?
Qbowl
Handys hatten schon die unmöglichsten Namen: Razr, Viewty, Xenium 9@9e, und andere. Oft liegen diese Namen einem Zungenbrecher näher als dies mancher Spruch vermögen könnte. Nur, welche Kundschaft möchte man mit diesen Produktnamen ansprechen? Die Jugend von heute, welche nicht einmal fehlerfrei „I do not speak english.“ schreiben kann? Oder sollen es die hippen Mittzwanziger sein, welche genügend Geld und Fremdsprachenkenntnisse besitzen? Alles in allem dürfte die anvisierte Zielgruppe ziemlich schmal ausfallen.
HappyFamily, MyFaves und ‚GimMeFive‘
Auch ‚MyFamily‘ wäre noch ein Tarif, welcher zu vergeben wäre. Oder wie wäre es mit MyHappyFivesFamily? Diese Kunstnamen sehen in der Auslage vielleicht originell aus. Spätestens beim Bestellen oder beim sich Informieren bekommen wohl einige Kunden große Probleme. Oder denkt man sich in den Marketing-Anstalten diese Namen nur deshalb aus, weil man sich damit das größtes Assoziationsverhalten beim Kunden erhofft? Aber wieso wäre „Fünf-Freunde“ ein schlechter Name für einen Tarif? Nur weil er nicht in geschreddertem Englisch daher kommt?
Bullshit-Englisch
Erschwerend zu den englischen Kunstnamen kommen Produktbeschreibungen mit noch mehr bescheuerten Fachbegriffen hinzu. Hauptsache es hört sich super technisch an. Dann kaufen es hoffentlich viele technisch Interessierte. Und jene, welche kein solch technisches Interesse zeigen, schrecken vor dem Kauf zurück. So kann man die Kunden auch in zwei Lager trennnen.