Münte soll’s richten

Franz Müntefering. Der Phoenix, welcher aus der Asche steigt. Oder anders ausgedrückt: der Parteivorsitzende a.D. und Re-SPD-Vorsitzender. Der rechte Flügel der SPD hat gesiegt und mit ihm ein wieder erwachter Franz Müntefering – oder wie ihn die Kumpels gern nennen: de‘ Münte.

Vielleicht gehöre ich nicht zum parteipolitischen Zielpublikums eines Münteferings. Doch mir ist nicht ganz klar, welche Ziele die SPD damit verfolgen möchte. Rinn inne Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln? Oder sollte es eine Geste der sozialen Kumpelschaft in der SPD werden? Oder war dies bereits die beste Alternative, welche man anbieten konnte?

Ich möchte der SPD nicht ins Handwerk reden, doch so wird das bei einer Bundestagswahl nichts. Wenn es der SPD genügt, ausschließlich die dezent kapitalistischen Sozialdemokraten im gehobenen Arbeitsverhältnis mit einem Durchschnittsalter von 55 Jahren zu ködern, dann ist die Wahl von Müntefering die richtige Entscheidung. Doch wenn es darum geht, die komplette soziale Unterschicht Deutschland mit einfachem Job und niedrigem Gehalt aus der jungen Generation mit Münte anlocken zu wollen, gebe ich schon jetzt den Tipp: das geht schief.

Wer will verstaubte alte Herren wählen, die selber nicht wissen, ob ihnen der Vorruhestand oder die politische Macht wichtiger ist? Wer hat nicht genug von den altgestrigen Parolen nach sozialer Gerechtigkeit, mehr Lohn, weniger Abgaben, Arbeit für alle!? Es ist erstaunlich, wie viele immer noch auf diese Dauermärchen rein fallen. Oder eventuell doch nicht? Die Umfragewerte für die SPD könnten niedriger kaum sein. Und wer wirklich radikale Änderungen möchte, ist schon längst zu den Linken über gewandert.

Doch dies ist einem Münte egal. Er propagiert den Abtrünnigen einen „kalten Winter“, wenn sie zum „linken Feind“ überwandern. Dem rechten Flügel erzählt er indes die selben Überzeugungsgeschichten wie vor seinem Rücktritt. Und vorne mit dabei lauert Frank-Walter Steinmeier auf seinen großen Auftritt.

Die Tante SPD schippert in unruhiges Gewässer vor. Leicht wird die Arbeit bis zur Bundestagswahl gewiss nicht. Aber wieso es sich die Genossen bewusst so schwer machen, bleibt mir ein Rätsel.

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